Von Nacktheit, kindfrei und dem Kita-Start – Vol. I

Mehr oder weniger wöchentlich berichte ich augenzwinkernd aus der Papa-Perspektive kurz und knapp von unserer vergangenen Woche(n).

Nackig

Penis. Scheide. *kicher

Hugo ist jetzt 2,5 Jahre alt und die weiterführende Entdeckung des menschlichen Körpers beginnt.

Ein Fallbeispiel:
Ich wache morgens im Adamskostüm auf. Direkt neben mir am Bett stehend, grinst mich unser Sohn an.Ich vermute, er ist schon seit geraumer Zeit wach und bereit, den Tag zu beginnen. Zum Beispiel mit Rennen, Springen und Purzelbäume machen. Habe ich erwähnt, dass es kurz nach 6 ist? *gähnNaja, jünger wird man ja nicht und aktive Vaterschaft kennt weder eine Uhrzeit noch den Müdigkeitsstatus.

Und wie ich nun mit Schwung die Bettdecke zur Seite fliegen lasse, kann ich meine Nacktheit auch nicht länger verbergen. Der Sohnemann nimmt dies zur Kenntnis, als sei es das Normalste auf der Welt (ist es doch auch, oder?) und kommentiert mit einem Mix aus buddhistischer Ruhe und anweisendem Militäton: „Deinen Pillemann grade hinlegen!“

Kindfrei - Blitz & Donner

1x im Jahr ist Weihnachten. 1x im Jahr ist Ostern. 1x im Jahr ist Geburtstag. Die gemeinsame Zeit als Paar lässt sich hingegen eher in Hundejahren ausdrücken: 1x pro Jahr = alle 7 Jahre…
Zumindest kommt es mir im Vater sein so vor. Daher sind diese, ein paar Tage im Voraus eher klar terminierten, semi-romantischen Abende umso wertvoller.
Die Frau hat also einen wunderschönen Überraschungs-Abend mit Open Air Kino, Snackbox für Zwei und viel Zweisamkeit organisiert, geplant. Oma & Opa sei Dank!
Der Abend beginnt also wie geplant und vielversprechend. Im Biergarten sitzend, realisieren wir, dass wir nach anfänglichen Gesprächen über den Familienalltag ja eigentlich „kindfrei“ haben. Zeit für tiefgründigere Erwachsenenthemen in vollständigen, grammatikalisch korrekten Sätzen und ohne schreiendes Übertönen des Kindes aus dem Off.
Der Abend ist schön, die Zweisamkeit entschleunigt und aneinander gekuschelt prickelt es wie früher, während wir auf den Filmstart warten. Es knistert und brodelt, da ist also doch noch ein Leben als Paar.

KRAWUUMM! Ein mächtiger Knall, der Himmel öffnet seine Pforten und ca. 20 Minuten nach Filmstart fließt er dahin, der kinderfreie Abend. Nass bis auf die Haut am Auto angekommen, grinsen wir uns an. Irgendwie doch wie früher, Anfang 20, ohne Kinder, nach einem nächtlichen Sprung über den Zaun ins örtliche Freibad…:-)

Pre-Kita-Start

Eine weniger lustig-unterhaltsame Story gibt es zum Kita-Start Ende August.
Vielmehr handelt es sich um einen dieser typischen, unbedachten Klischee-Sätze. Wir waren nämlich zum Informationstermin in Hugo’s zukünftiger Kita geladen. 15 Uhr, eng getaktetes Zeitfenster dank Corona. Für den berufstätigen und gleichzeitig verantwortungsvollen Vater, der auch die Eingewöhnung übernimmt, natürlich ein Pflichttermin.

Pünktlich haue ich also bei der Arbeit in den Sack und schwinge mich auf das Pedelec meiner lieben Frau, welches ich auf den kommenden 6km maximal malträtiere, um auch ja pünktlich zu sein. Pustekuchen! Rücksichtslose Post-Grundschulkinder haben leider ihre umweltfreundlich gewählten Glasflaschen knapp neben die Mülleimer geworfen, was zu einer Flut von Glasscherben geführt hat, die sich vor mir und meinem horrenden Tempo unausweichlich türmten. Bei knapp 45km/h zerfetzte es mir den Vorderreifen und dahin war mein Pünktlichkeits-Ansinnen.

Zurück zum eigentlichen Rollenbild-Kommentar: Nachdem ich mein Ziel ohne Rad, dafür mit viel Schweiß erreicht hatte, konnten wir gemeinsam den Termin wahrnehmen. Alles wunderbar. Die Einrichtung, das Konzept, die Menschen dahinter. Bis zu dem Moment, an dem wir mit der Sprache rausrückten und ich, der Papa, mich für die Eingewöhnung mit Hugo meldete.
Der Blick der Leiterin wechselte innerhalb einer Tausendstel Sekunde zwischen Ungläubigkeit und Stolz. Ihre Lippen formten sich und heraus sprudelte es: „Ach, das haben wir auch nicht oft. Wie schön. Ja, dann muss ich mich ja an Sie wenden.“ …

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